![]() |
![]() |
![]() |
|
Spezielles |
Home Kontakt Impressum Links |
![]() |
Hilfe für IgelIgel sind geschützte Wildtiere (§20g, Bundesnaturschutzgesetz), die nur im wirklichen Notfall ins Haus genommen werden dürfen. Sobald es die Witterung im Frühjahr zuläßt, bzw. wenn alle Verletzungen verheilt sind, muß das Tier an seinen Fundort zurückgebracht werden. Die Auswilderung sollte vorsichtig und planmäßig erfolgen. Bei Fragen zur Igelrettung kann man sich an verschiedene Institutionen wenden: Igelstationen, Tierschutzvereine (die in der Regel Adressen von Igelstationen haben), Wildtierauffangstationen. Nicht jeder Igel, der im Winter tagsüber unterwegs ist, ist ein Notfall. Gelegentlich handelt es sich um Tiere, die im Winterschlaf gestört wurden und nun nach einem neuen Unterschlupf suchen. Einen Igel aufzunehmen ist eine arbeitsintensive Sache, dessen sollte man sich bewußt sein.
Wann braucht ein Igel Hilfe?Nur dann, wenn er offensichtlich krank oder verletzt ist, untergewichtige Tiere vor dem Winter, oder verwaiste Jungtiere. Auf keinen Fall sollte man sich ohne fachlichen Rat (auch Tierärzte sind häufig mit Wildtieren überfordert) eine Behandlung verletzter oder kranker Igel zutrauen! Medikamente für Menschen können tödlich sein, ebenso falsche Nahrungsmittel oder Pflegeprodukte für Haustiere (z.B. Flohmittel). Man sollte Igel immer von fachkundigen Stellen untersuchen lassen, bevor man sie ins Haus holt. Sie sind häufig mit Ektoparasiten (Flöhen, Zecken) übersät und haben oft Würmer, gelegentlich auch Lungenparasiten. Häufig kommen im Sommer Wunden vor, die von Fliegenmaden besetzt sind. Verdächtig: Igel, die bei prallem Sonnenschein unterwegs sind (Nachttiere!), trübe Augen haben, sich nicht sofort bei Berührung einrollen, Durchfall haben, offensichtliche Wunden haben, sich auffällig verhalten (Vergiftung, innere Verletzungen nach Unfall?), stark untergewichtig sind, nach Mitte November noch umherlaufen. Tiere, die im November noch unter 600g wiegen, würden den Winterschlaf höchstwahrscheinlich nicht überleben. Verwaiste Igelbabys sieht man gelegentlich tagsüber vor dem Nest umherlaufen. Ihre Augen und Ohren sind noch geschlossen. In so einem Fall sollte man nach weiteren Jungtieren in der Umgebung suchen. Vorgehensweise (nachdem der Gesundheitszustand geklärt wurde): Vor der ersten Fütterung muß ein unterkühltes Tier vorsichtig auf Normaltemperatur gebracht werden. Dazu eignet sich eine handwarme Wärmflasche. Als Erstversorgung bietet sich bei gesunden, erwachsenen Tieren Katzenfutter an. Frisches Wasser muß immer zur Verfügung stehen. Das IgelheimEs sollte ausbruchssicher sein (45-50 cm hohe Wände, am besten aus Holz), mindestens 2 Quadratmeter groß und in einer ruhigen Ecke der Garage oder eines Stalles mit Lichteinfall. Die Temperatur sollte hier ca. 18-21°C betragen. Igel schlafen tagsüber und sollten nicht unnötig geweckt werden. Sie sind sehr geräuschempfindlich. Als Bodenbelag für das Igelheim eignet sich Zeitungspapier (hygienisch, warm), das problemlos täglich (!) gewechselt werden kann. In die Kiste stellt man dann noch einen kleinen umgedrehten Karton (ca. 30x30x30 cm) mit Eingangsloch (12X12 cm), der mit Zeitungsbällchen oder Lappen ausgelegt wird und als Schlafhaus dient. Laub und Heu faulen schnell, Holzwolle ist wegen chemischer Vorbehandlung ebenfalls nicht empfehlenswert. Am besten steht das Schlafhaus zur Wärmeisolierung auf einem Holzbrettchen. Ein aufgepäppelter Igel von ca. 700-800 g Körpergewicht geht auch im Haus noch in Winterschlaf. Dann sollte man für eine Umgebungstemperatur nicht über 6°C sorgen (Garagen und Keller könnten schon zu warm sein). Sonst erwacht er möglicherweise zwischendurch und verbraucht unnötig viel Energie. Wenn der Igel den Winterschlaf angetreten hat, stellt man die Fütterung ein, läßt aber für alle Fälle ein Schälchen mit ständig frischem Wasser und eins mit Katzentrockenfutter stehen. Der Schlafplatz muß natürlich frost- und regengeschützt aufgestellt sein! Igel sind Einzelgänger und sollten stets getrennt von Artgenossen untergebracht werden! FütterungVerwaiste Jungtiere: sie benötigen alle 2 Stunden Nahrung, auch nachts. Bewährt hat sich Aufzuchtmilch für Katzenwelpen. Da die Aufzucht junger Igel nicht einfach ist, sollte man sich unbedingt vorher bei den entsprechenden Organisationen (Adressen unten) Rat holen! Sehr schwache Tiere: anfänglich tröpfchenweise flüssige Nahrung (mit einer Pipette), zum Beispiel lauwarmer Kamillentee, Fencheltee, später breiiges Futter. Bewährt hat sich auch laktosefreie Katzenmilch (Whiskas, Gimpet etc.). Wenn das Tier sich etwas erholt hat, kann man Festfutter anbieten (siehe untergewichtige Tiere). Untergewichtige Tiere im Winter: Katzenfertignahrung, Hundeflocken mit etwas Wasser, gekochtes Hühnerfleisch (Leber und Magen vom Huhn bewirken häufig Durchfall!), frisches oder angebratenes Rinderhack, dazu Ballaststoffe (Weizenkleie, Futterhaferflocken), Rührei mit etwas Butter, bis zu 15 Mehlwürmer täglich, Mineralien / Vitamine (Tierarzt), Katzenmilch. Im Zoofachhandel gibt es Igeltrockenfutter und Igelnaßfutter, das eine einfache Alternative darstellt. Gelegentliche Leckerbissen in kleinen Mengen: Avocado (kann für unsere Haustiere tödlich sein!), Geflügelhals oder unzerkleinerte Flügel (gekocht), hart gekochtes Ei, ein Stückchen Banane, Insekten, Gliedertiere (Asseln, Tausendfüßer etc.), Hühnerherz, ungeschwefelte Rosinen, Quark mit etwas Honig, klein gewürfelter Gouda, klein gehackte Nüsse, Claus Weichfutter (mit Ameiseneiern und Insekten). Schnecken und Regenwürmer sind auf Grund der möglichen Parasitenübertragung bei der Igelhaltung im Haus nicht empfehlenswert. NIEMALS: Kuhmilch, rohes Ei, Gewürze, Salz, Gemüse, Salat, menschliche Speisereste, Süßwaren, Schnecken, Regenwürmer (s.o.) Igel über 400g Körpergewicht füttert man nur abends, unter 400g morgens und abends. Ein gesunder Igel nimmt 50-100g wöchentlich zu (Gewichtskontrolle!). AuswilderungEnde April bis Mitte Mai wildert man den Igel wieder an seinem Fundort aus. Vorher kann man ihm die Übergangszeit in einem Freigehege erleichtern. Igelschutz im GartenIm Herbst nicht alles peinlich ordentlich machen, sondern Laubhaufen in geschützten Ecken liegen lassen. Die Firma Schwegler bietet in Baumärkten und im Internet auch sehr schöne Igelkuppeln an. Auch künstliche Baumstümpfe (Fauna-Baumpfähle –Igeldomizil, Fa. Concept-Service, Reutlinger Str. 44, 65205 Wiesbaden) können im „aufgeräumten“ Garten die natürlichen Igelbehausungen ersetzen und sehen sehr schön aus. Igel naschen gelegentlich gerne an Katzenfutter, wenn man es ihnen kurz vor der Winterruhe anbietet (Wasser sollte immer erreichbar sein). Auf Pestizide (Schneckenvernichter, chemische Düngemittel etc.) sollte möglichst verzichtet werden. AdressenIgel-Hotline: 0180 - 555-9551 Pro Igel e.V. - Geschäftsstelle Telefon: 01805 - 555-9555 E-Mail: info@pro-igel.de Internet: www.pro-igel.de
|
| Littardweg 114 • 47509 Rheurdt • Tel.: 02845.291596 • Termine nur nach Vereinbarung! • | |